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Bullinger: Marbacher Gestüt ist ein Kronjuwel von Weltruhm mit einem halben Jahrtausend Tradition

FDP würdigt Beitrag zu Ausbildung, Forschung, Kultur, Zucht und Wirtschaftsfaktor Reiten

In der Landtagsdebatte über die „Zukunft des Haupt- und Landgestüts Marbach und seiner Service- und Deckstationen im Jahr des 500-jährigen Bestehens“ hat der Sprecher der FDP-Landtagsfraktion für den ländlichen Raum,  Dr. Friedrich Bullinger, das Gestüt als „einmaliges Kulturjuwel von Weltruhm mit einem halben Jahrtausend Tradition“ gewürdigt. Mit etwa einer halben Million Besuchern im Jahr und kulturellen Höhepunkten wie der international bekannten Hengstparade sei es von seiner Attraktivität her mit dem Staatstheater Stuttgart vergleichbar, das vom Land jedes Jahr einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag erhalte. Vor diesem Hintergrund müsse die immer wiederkehrende Diskussion über den jährlichen Zuschuss des Landes zum Gestüt in Höhe von etwa vier Millionen Euro auch einmal ein Ende finden, forderte Bullinger: „Mit dem Umstrukturierungsprozess ‚Marbach 2009‘ hat das Landgestüt bereits erhebliche Einsparungen vorgenommen und gleichzeitig in eindrucksvoller Weise seine Leistungen gesteigert. Dies gilt es heute anzuerkennen.“

Zwar erhalte Marbach verglichen mit anderen deutschen Landesgestüten noch immer mit Abstand die höchsten Zuschüsse, es spiele aber auch „in einer ganz anderen Liga“, erklärte Bullinger: „Die Marbacher Araberzucht genießt Weltruhm. Wegen der in Deutschland einmaligen Forschungsmöglichkeiten kommen Wissenschaftler von den Universitäten Gießen und Hannover nach Marbach. Die Ausbilder des Gestüts sind als Dozenten an vielen Hochschulen gefragt. Um das beim Landgestüt ansässige Kompetenzzentrum Pferd beneidet uns die gesamte Pferdewirtschaft von Niedersachsen bis Bayern. Marbach ist mit etwa 40 Auszubildenden der größte deutsche Ausbildungsbetrieb für den Beruf Pferdewirt. Der Bachelor-Studiengang Pferdewirtschaft in Nürtingen und die Fachklasse für Pferdewirte an den Beruflichen Schulen Münsingen wären ohne die Praxiseinheiten in Marbach undenkbar.“ Wenn sämtliche Ministerien der Landesregierung, die direkt oder indirekt sport-, bildungs- oder wissenschaftsbezogene Leistungen des Haupt- und Landgestüts in Anspruch nehmen, dafür auch selbst bezahlten, hätte Marbach keine finanziellen Sorgen mehr, schlussfolgerte Bullinger. Zudem sei mit Blick auf künftige Investitionen auch eine stärkere Einwerbung von Drittmitteln aus der Pferde- und Agrarwirtschaft denkbar.

Die Zukunftsfrage ist daher aus Sicht der FDP-Landtagsfraktion nicht mehr, wie das Gestüt seinen Zuschussbedarf weiter absenken kann, sondern wie es seine vielfältigen Leistungen noch besser zur Geltung bringen kann. Bullinger sieht erhebliche Potenziale: „Bei den Themen schulische Naturerlebnis-Pädagogik, therapeutisches Reiten oder Erwachsenenbildung gibt es in Marbach noch klare Wachstumsmöglichkeiten. Mit Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung des Reitens als Breiten- und Spitzensport wäre am Anfang des nächsten halben Jahrtausends Marbacher Gestütsgeschichte aber auch der Aufbau eines Landesleistungszentrums Pferdesport eine hoch interessante Zukunftsvision“.

 

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Mitteilung Nr. 37

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